Am Sonntag, 23.06.2024 fand eine Radtour des Stadtradeln-Teams „GRÜNE Wetterau“ zum Bauernhof der Familie Orth in Ober-Seemen auf dem Vulkanradweg statt. 16 Interessierte Radler*innen trafen sich am Bahnhof in Stockheim und waren gute zwei Stunden bei schönstem Wetter unterwegs. Der GRÜNE Kreistagsabgeordnete Gerhard Salz: „Ich fahre den Vulkanradweg immer wieder sehr gerne, weil die Anstiege sehr moderat sind und die Abfahrt am Ende trotzdem mit großem Tempo von statten geht“.
Tierhaltung in großen Ställen
Auf dem Auenhof wurde die Gruppe von Fabian, Jörg und Heinrich Orth begrüßt, Vertreter der Familie aus drei Generationen. Sie konnte die Stallanlagen, die sehr großzügig ausgelegt sind besichtigen und viel über die Milchkühe (Melkende und Trockensteher) sowie die Nachzucht (Kälber und Jungrinder) erfahren. Insgesamt ist ein Viehbestand von ca. 440 Rindern auf dem Hof. Die Tiere werden hauptsächlich mit selbsterzeugten Produkten gefüttert, als Kraftfutter dienen Nebenprodukte aus der Rapsölgewinnung, der Bierproduktion und der Zuckerherstellung. Diese werden alle in Deutschland erzeugt. Zwei Mal am Tag wird gemolken, eine Kuh gibt im Durchschnitt 10.400 l Milch pro Jahr.
Nachhaltigkeit ist Trumpf
Die Gülle und der Festmist der Tiere wandert in eine Biogasanlage. Neben diesem „Futter“ werden noch bis zu 35 % Faserstoffe aus der eigenen Produktion (Mais- und Grassilage) zugesetzt. Die Stromproduktion findet in 4 Blockheizkraftwerken (BHKW) mit einer installierten Leistung von 990 kW statt. Im letzten Jahr betrug die Dauerlast 485 kW. Der Strom wird direkt vermarktet und die Anlagen flexibel gefahren. Die von den BHKW’s erzeugte Abwärme dient dazu bisher insgesamt 30 Liegenschaften im alten Ortskern von Ober-Seemen u. A. die Grundschule mit Nahwärme zu versorgen. Auf dem Hof findet bei einem Wärmeüberschuss eine Getreide- und Holztrocknung statt. Die Biogasanlage existiert seit 2006 und wurde ständig erweitert.
Landwirtschaft auf der Höhe der Zeit Energetisch ist der Betrieb sehr gut aufgestellt. Die Energieproduktion hat sich zu einem auch wirtschaftlich stabilen Element der Betriebsfinanzierung entwickelt. Die Radler*innengruppe erhielt von Familie Orth einen ausführlichen Betriebsspiegel über die einzelnen Produktionszweige und die Betriebshistorie. Gerhard Salz bedankte sich für die sehr beeindruckende Führung und Fabian Orth bedankte sich für die angenehme Diskussion. Danach traten die Radler*innen den flotten Heimweg an.




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