Aktuell plant der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) im Wetteraukreis die bislang in den einzelnen Städten und Gemeinde organisierte Abfalleinsammlung zu vereinheitlichen. In fast allen Bundesländern und inzwischen auch in den meisten hessischen Landkreisen wird die Abfalleinsammlung bereits durch die Landkreise organisiert. Dass dieses Vorhaben vorteilhaft ist, auch wenn die Kommunen bislang hoheitliche Aufgaben an den Landkreis abgeben, ist unbestritten. Allerdings gibt es bei der konkreten Umsetzung noch Diskussionen. So auch im Stadtparlament in Florstadt in der vergangenen Woche.
Hier wurde der ABW grundsätzlich beauftragt zukünftig Angebote für 23 Wetterauer Kommunen (außer Bad Vilbel und Bad Nauheim, die ein stadtinternes System haben) gemeinsam einzuholen und die Einsammelrhythmen in allen diesen Kommunen einheitlich zu gestalten. Denn bislang ist das Sammelsystem ein Flickenteppich. Der Vorschlag für neue gemeinsame Einsammelrhythmen verschiedener Tonnen war allgemeiner Konsens.
Der AWB favorisiert zudem für die Zukunft das sogenannte „Leerungszählungssystem“ oder „Identsystem“. Hier werden die geleerten Tonnen gezählt und es gibt eine bestimmte Anzahl von Pflichtentleerungen, die zu bezahlen sind, ob eine Tonne draußen steht oder nicht. Damit würde das aktuelle Wiegesystem, dass in 14 Wetterauer Kommunen seit Jahren Alltag ist, abgeschafft.
Florstadt beabsichtigt in seinem Beschluss, dass durch den AWB zu prüfen sei, ob das bewährte und von Florstadt favorisierte Wiegesystem in der Ausschreibung parallel ausgeschrieben werden könne. Darüber hinaus spricht sich Florstadt für den Fall, dass das Wiegesystem zukünftig aus rechtlichen Gründen nicht mehr durchsetzbar wäre, dafür aus, dass dann das „Leerungszählungssystem“ an zwei Stellen verändert wird:
- Die gebührenpflichtigen Mindestentleerungen des Restmülls sollten nicht wie aktuell vorgesehen bei 10 Leerungen im Jahr, sondern bei höchstens 6 bis 8 Leerungen liegen und
- das Tonnenangebot sollte auch kleinere Tonnen, beginnend mit 60 Litern zu günstigeren Preisen anbieten.
Denn mit einer großen Restmülltonne in der fast kein Restmüll drin ist, die auch noch zehn Mal im Jahr eh bezahlt werden muss, ist die Verführung groß, die nicht volle Tonne mit allem möglichen, z. B. auch mit Bauschutt oder Biomüll voll zu machen. Den Bauschutt in den Restmüll zu geben haben sich die meisten Florstädter durch das Wiegesystem abgewöhnt, da das beim Wiegesystem die teuerste Art der Entsorgung war.
Die Kommunen, die bereits jetzt das „Leerungszählungssytem“ haben (Reichelsheim, Gedern und Glauberg), bieten heute schon deutlich kleinere Tonnen (2x 60, 1×80) an. Z. B. Reichelsheim hat nur sechs zu bezahlende Pflichtleerungen. Es ist anzunehmen, dass man nur so die dort auch vorhandenen geringen Restmüllmengen erreichen kann. Die Grünen Florstadt freuen sich, wenn es den Verhandler/innen von Florstadt gelingt, die Parallelausschreibung beim AWB auch für die zukünftige Verwiegung des Restmülls durchzuführen und im Falle einer Umstellung auf des Leerungszählsystem weiterhin große Anreize zur Restmüllreduzierung und konsequenten Abfalltrennung zu geben. Damit dies gelingt, hofft man auf die Unterstützung weiterer Kommunen, die ähnliche Beschlüsse fassen. Die Florstädter Grünen haben jedenfalls ihre Fraktionen in den 14 Wiegekommunen über den hiesigen Beschluss informiert.




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