Die Florstädter GRÜNEN verfolgen die Berichterstattung rund um den Verkauf eines Brunnens seit geraumer Zeit mit großer Aufmerksamkeit. Der Brunnen hat eine jährliche Kapazität von 900.000 m3 besten Trinkwassers und ist einer von vier Brunnen auf dem ehemaligen Grundstück der Ober-Schmittener Papierfabrik. Zwei der Brunnen gehören der Stadt Nidda und ein dritter unserem regionalen Energieunternehmen OVAG.
Jetzt werden Sie sich fragen, was hat Florstadt mit Brunnen in Ober-Schmitten zu tun? Der Vorsitzender der Florstädter Stadtverordnetenversammlung Dietmar Schmidt, sagt hierzu folgendes: „Nidda ist in der glücklichen Situation und kann sich inzwischen zu 100 % selbst mit Trinkwasser versorgen. Herzlichen Glückwunsch dazu! Bei dem Brunnen, der deshalb zum Verkauf steht, könnte man etwas kreativer werden und größer denken. Könnte der Trinkwasserbrunnen aus Ober-Schmitten zum Beispiel auch in das Leitungsnetz der OVAG eingespeist und von den Anrainerkommunen Ranstadt, Florstadt und Altenstadt genutzt werden?“
Dafür bräuchte es natürlich die Bereitschaft der OVAG, das Wasser durch ihr Leitungsnetz zu einem angemessenen Preis durchzuleiten. Die Differenz zwischen aktuellem Wasserpreis und der Durchleitungsgebühr könnte von den Kommunen genutzt werden, um das Brunnengrundstück zu erwerben. Hierdurch könnte sichergestellt werden, dass kein privater Investor zum Zuge kommt und sich durch unser heimisches Grundwasser „die Taschen vollmacht“. In Nidda wird offenbar darüber nachgedacht, den Brunnen gerade an seinen solchen zu verkaufen. Unser kommunaler Versorger, die OVAG sowie die Nachbarkommunen hätten dann das Nachsehen.
Die Florstädter GRÜNEN würden ihre Idee einer interkommunalen Partnerschaft einem Kauf nur durch die OVAG vorziehen. Aber auch ein Kauf durch die OVAG wäre deutlich besser, als an einen privaten Investor zu verkaufen. Den Bürgern aus den Anrainerkommunen könnte dauerhaft ein Trinkwasserpreis gesichert werden, der durch die gewählten Vertreter in ihren Kommunen festgesetzt wird.
Gerade in heißen Zeiten wie jetzt muss das Allgemeingut „Trinkwasser“ in öffentlicher Hand bleiben und darf nicht dazu dienen, Rechenzentren zu kühlen oder es in Ladenketten in Flaschen abgefüllt mit Profit zu verkaufen. Sollten unsere Mitbürger/innen dann kein Wasser mehr aus der Leitung bekommen, müssten sie stattdessen zum Discounter fahren, um ein Grundnahrungsmittel teuer zu bezahlen?
Der Appell der Florstädter richtet sich jetzt an die in der Stadtverordnetenversammlung Nidda vertretenden Fraktionen. „Bitte verschiebt die Abstimmung über diese zukunftsweisende Entscheidung in eine der nächsten Sitzungen nach der Sommerpause. Bitte gebt den Gremien der umliegenden Kommunen Zeit, sich mit diesem Thema zu beschäftigen und Gespräche untereinander zu führen, aber auch mit der Stadt Nidda und der OVAG. „Verkauft ist schnell, Gestaltung dauert etwas länger“, so Dietmar Schmidt abschließend. Eine interkommunale Aktion dieser Größe könnte ein Leuchtturmprojekt für die Region sein, insbesondere in der Zeit knappen Wassers und knapper Kassen.


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