{"id":718,"date":"2021-09-02T19:10:45","date_gmt":"2021-09-02T17:10:45","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.gruene-florstadt.de\/?p=718"},"modified":"2021-09-02T19:10:45","modified_gmt":"2021-09-02T17:10:45","slug":"schatzkiste-boden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-florstadt.de\/?p=718","title":{"rendered":"Schatzkiste Boden"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Konradsdorfer Landwirte wollen B\u00f6den besser machen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Einladung zu einer Diskussionsrunde der GR\u00dcNEN Fraktion Ortenberg zu den Themen \u201e\u00f6kologische Landwirtschaft heute und in Zukunft\u201c und \u201eweniger Hochwassergefahren durch Landwirtschaft\u201c, gemeinsam mit den Landwirten Tim und Benjamin Keller vom Biolandhof der Dom\u00e4ne Konradsdorf stie\u00df auf gro\u00dfe Resonanz und wurde auch von der Florst\u00e4dter Fraktionsvorsitzenden Gudrun Neher und Kreistagsmitglied Gerhard Salz besucht. Neben der Ortenberger Fraktion mit Vorsitzendem Dietmar W\u00e4\u00df waren auch die beiden gr\u00fcnen Bundestagskandidat*innen Michaela Colletti f\u00fcr den Westkreis und Knut Kiesel f\u00fcr Schotten, Ostkreis und Main-Kinzig-Kreis sowie Mitglieder benachbarter gr\u00fcner Ortsverb\u00e4nde gekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Tim Keller erl\u00e4uterte, dass der Boden \u2013 die Erde unter unseren F\u00fc\u00dfen \u2013 unsere Lebensgrundlage ist und der Umgang mit diesem Boden eng verkn\u00fcpft ist mit ihrer F\u00e4higkeit Wasser zu speichern, Trockenperioden zu \u00fcberbr\u00fccken, Grundwasservorr\u00e4te zu bilden, Grundwasser sauber zu halten und eine gute Ernte zu erm\u00f6glichen. Rund 50 % unseres Bodens in Deutschland ist landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4che. Hier entscheiden die Eigent\u00fcmer wie dieser Boden genutzt wird und ob der Boden dann noch seine ausgleichenden Funktionen erf\u00fcllen kann oder nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Konradsdorfer Landwirte best\u00e4tigen, dass der Humusgehalt des Bodens \u2013 das ist der organische Anteil der Bodensubstanz &#8211; ein wichtiges Qualit\u00e4tsmerkmal ist. Er ist Indiz daf\u00fcr, ob der Boden Wasser speichern kann und ob er in ausreichender Zahl Kleinlebewesen und Mikroben enth\u00e4lt. \u201eIn einer Handvoll guten Bodens k\u00f6nnen mehrere Millionen Lebewesen leben. Wir m\u00fcssen solch wundervollen Boden wertsch\u00e4tzen\u201c, so Tim Keller. Die Entwicklung der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten beg\u00fcnstige aber leider eine Bodennutzung mit maximalen Ertr\u00e4gen und sehe den Bodenbesitz als profitable Geldanlage. Beides gehe meist auf Kosten einer in Jahrhunderten aufgebauten Bodenstruktur. In der Wetterau betrage der Humusgehalt der Ackerb\u00f6den meist nur 1 bis 2 %, w\u00fcnschenswert w\u00e4re aber ein Humusgehalt von 5 %. Dies k\u00f6nne erreicht werden, wenn die B\u00f6den ganzj\u00e4hrig mit Pflanzen bedeckt seien, denn blanker Boden verliere Humus und Bodenlebewesen sowie im Boden produzierte N\u00e4hrstoffe. Begr\u00fcnter Boden habe dann bei Starkregen auch eine gro\u00dfe Speicherkapazit\u00e4t und k\u00f6nne durch das vermehrt gespeicherte Wasser auch mit Trockenheit deutlich besser umgehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aktuell sei zu beobachte, dass in der konventionellen Landwirtschaft der Humusgehalt abnehme und in der Bio-Landwirtschaft gerade so gehalten werde. Langfristig m\u00f6chte die Staatsdom\u00e4ne Konradsdorf in der Praxis Anbaukonzepte entwickeln, die eine Steigerung des Humusanteils erm\u00f6gliche. Insbesondere in Zeiten des Klimawandels sei die Entwicklung solcher Konzepte von immenser Bedeutung. Denn humusreiche B\u00f6den k\u00f6nnen viel CO2 speichern und so den Klimawandel bremsen. Leider seien die aktuellen Agrar-F\u00f6rderprogramme der EU zu wenig auf solche Zielsetzungen bezogen. Nur die Anlage von seitlichen Bl\u00fchstreifen f\u00fchre nicht zu humusreicheren B\u00f6den der Gesamtfl\u00e4che. \u201eDie Agrarsubventionen m\u00fcssten viel mehr an Umweltschutzma\u00dfnahmen gebunden werden\u201c, so Benjamin Keller.<\/p>\n\n\n\n<p>Differenziert betrachtet wurde die Anlage von Maisfeldern, die in Hessen etwa 51.000 Hektar ausmachen. \u201eDie gr\u00fcnen Maisfelder k\u00f6nnen im Juli und August durch die gro\u00dfe Gr\u00fcnmasse und Blattfl\u00e4che viel CO2 binden\u201c, so Tim Keller. Problematisch seien allerdings Maisfelder auf Hanglagen, da deren nackte B\u00f6den bei Starkregen kaum Wasser aufnehmen k\u00f6nnen und es folglich zu starker Bodenerosion komme. Dies konnte man bei etlichen Hochwasserereignissen der letzten Monate leider wieder gut beobachten. \u201eDa blutet doch jedem Landwirt das Herz, wenn er sieht, wie sein Boden wegschwimmt\u201c, sagt Tim Keller.<\/p>\n\n\n\n<p>Benjamin Keller erg\u00e4nzt, dass die braune F\u00e4rbung und der Schlamm des Hochwassers immer mit Bodenerosion und Abtrag von guten B\u00f6den einhergehen. Nackter Boden sei immer kritisch bei Starkregen und beg\u00fcnstige Hochwasserereignisse. Das m\u00fcsse unbedingt verhindert werden, \u201eBewuchs ist Teil der \u201eL\u00f6sung\u201c so der Landwirt. \u201eBoden dort festhalten, wo er ist.&nbsp;Boden l\u00e4sst sich nicht&nbsp;ersetzen.&nbsp;Boden ist Lebensgrundlage f\u00fcr Nahrung und Artenvielfalt!\u201c Die hier geschilderte Betrachtung des Bodenschutzes ist nicht nur f\u00fcr die Zuh\u00f6rer, sondern auch f\u00fcr die Staatsdom\u00e4ne Konradsdorf Neuland. Tim und Benjamin Keller freuen sich auch auf zuk\u00fcnftige Diskussionen \u00fcber die Zukunft der Landwirtschaft, die sich nach ihren Erfahrungen dringend auch mit dem Klimawandel befassen und die an diesem Nachmittag besprochenen Ans\u00e4tze diskutieren, erproben und bewerten m\u00fcsse. Alle Beteiligten hoffen auf weitere Gelegenheiten, die Vorhaben der Staatsdom\u00e4ne auch mit anderen Landwirten diskutieren zu k\u00f6nnen. \u201eWir sind mit etlichen Landwirten zu diesem spannenden Thema in Kontakt\u201c, so Tim Keller. \u201eUnd das sind beileibe nicht nur \u00d6kos sondern auch konventionelle Landwirte. Das Thema \u201eBodenqualit\u00e4t\u201c geht schlie\u00dflich jeden Landwirt an!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konradsdorfer Landwirte wollen B\u00f6den besser machen Die Einladung zu einer Diskussionsrunde der GR\u00dcNEN Fraktion Ortenberg zu den Themen \u201e\u00f6kologische Landwirtschaft heute und in Zukunft\u201c und \u201eweniger Hochwassergefahren durch Landwirtschaft\u201c, gemeinsam&#8230; <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":719,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-718","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gruene-florstadt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/718","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gruene-florstadt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gruene-florstadt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-florstadt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-florstadt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=718"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gruene-florstadt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/718\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":720,"href":"https:\/\/gruene-florstadt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/718\/revisions\/720"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-florstadt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/719"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gruene-florstadt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=718"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-florstadt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=718"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-florstadt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=718"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}